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Das Licht



Wir brauchen Licht zum Fotografieren, das hat sich rumgesprochen, die verschiedenen Arten von Licht weniger.


1. Morgenstimmung


Das Licht am Vormittag ist warm und mild. Deshalb sollten die frühen Morgenstunden bevorzugt werden. Um diese Zeit sind auch die meisten Tiere aktiv, aber nicht alle. Schmetterlinge und zum Teil Käfer lassen sich in den Morgenstunden sehr gut fotografieren da sie  in der Sonne von der Nachtkühle "auftauen". Auch wenn wir nicht fündig geworden sind  geht  nichts über einen klaren frischen Sommermorgen mit goldfarbigem Sonnenaufgang.


Jordanien


2. Die Mittagszeit


Das Licht wird durch das Himmelsblau kühler und auch härter. Die Landschaft wirkt flach mit wenigen Kontrasten. Diese Zeit sollte vermieden werden wenn es geht. Die Tiere verkriechen sich in ihre Schlupfwinkel. Auf Reisen geht das nicht immer. Da muss man sich einfach nach der Decke strecken.



Usbekistan

Jordanien - Wadi Musa

3. später Nachmittag bis Sonnenuntergang

 

Das Licht wird wieder weicher und wärmer. Sonnenuntergänge gehören zu den meist fotografierten Motiven. Es gibt nichts schöneres als einen 1. Reiheplatz in der Natur und der untergehenden Sonne nach zuschauen. Das flach einfallende Licht der Sonne modelliert die Landschaft heraus, lässt sie plastisch und kontrastreich erscheinen.




Jordanien - Wadi Rum

Jordanien

4. Das Auflicht

 

Das ist wie oben unter Punkt 2 beschrieben. Das Licht fällt direkt auf das Sujet und lässt es flach, kraftlos und ohne Struktur  erscheinen.




5. Das Streiflicht


Zu jeder Tageszeit möglich in der Architektur- und Landschaftsfotografie. Es ist das Licht das flach über eine Oberfläche streift, die Struktur plastisch, sichtbar und kontrastreich macht.



6. Das Gegenlicht


Es ist das Licht der Natur- und Portraitfotografie. Das Licht kommt von hinten und scheint durch das Sujet. Blätter und Blüten erscheinen transparent, luftig, leicht und kontrastreich. Die Strukturen werden sichtbar. Beim Portrait leuchten die Haare auf und umrahmen das Gesicht. In der Hochzeitsfotografie wird dieses Licht gerne eingesetzt. Der durchleuchtete Schleier macht das Ganze noch leichter und luftiger. Aber Vorsicht - die Belichtung muss angepasst werden. Das Sujet von vorne aufhellen, damit es nicht im Nirwana absäuft - sprich unterbelichtet wird. Die Schatten im Bearbeitungsprogramm hochziehen bringt nur zum Teil dieselbe Wirkung. Aufhellen mit Blitz oder Styroporplatte ist die bessere Alternative.



7. Das diffuse Licht


Es ist das indirekte schattenlose Licht. Wenn der Himmel bedeckt ist mit gleichmäßigen weißen Wolken und die Sonne nur diffus durchscheinen lässt, wirken die Farben fast pastellartig. Durch etwas Überbelichten wird der Effekt noch verstärkt und die Farben wirken besonders weich und luftig - fast wie ein Gemälde.

Bei Sonnenlicht kann der Effekt durch einen weißen, durchsichtigen Sonnenschirm nachgeahmt werden. Über das Sujet gehalten, so dass der ganze Bereich mit dem diffusen Licht des Schirmes abgedeckt ist, hat die gleiche Wirkung.

In der Portraitfotografie eingesetzt wird eine sehr schöne Beleuchtung erzielt. Die Hauttöne kommen weich rüber.


8. Das Blitzlicht


Dieses Licht setze ich nur ungern ein, evtl. nur zum Aufhellen im Gegenlicht. Im Studio allerdings unerlässlich. Damit können viele obig angeführten Lichtstimmungen erzeugt werden. Das setzt aber einige Erfahrung mit Licht machen voraus. Viele Blitzlampen bedeuten aber nicht gleich gutes Licht. Weniger ist mehr. Anfangen sollte man mit einer Lampe/Blitz, dann mit Reflektoren weitermachen. Dann evtl. noch ein Gegenlicht setzen und versuchen, damit zurecht zukommen. Weitere Lichtquellen einsetzen bringt meist nichts, nur wenn besondere Effekte gewünscht werden.


Die Belichtung

Bild 1 :

mit durchgemalten Lichtern aus Bild 2 und 3

Bild 2:

zu dunkel - unbearbeitet

Die richtige Belichtung wird uns durch die modernen Kameras abgenommen und das meist mit guten Ergebnissen. Doch über die Zusammenhänge sollte der engagierte Fotograf Bescheid wissen. Früher,  vor allem  bei Verwendung von Schwarz-Weiß Filmen, wurde mit Spotbelichtungsmesser (1-3 Grad Spot) der dunkelste und der hellste Punkt angemessen. Der Unterschied ist der Kontrastumfang des Sujet. Daraus kann jetzt die Belichtung und die Entwicklungszeit errechnet werden um ein bestmögliches Negativ zu erhalten. Mit Dia-bzw. Farbnegativfilmen war das nur schwer möglich. Die Entwicklung stand im Labor fest. Einzige Möglichkeit war optimal zu belichten.


Die heutigen Sensoren verkraften einiges mehr an Kontrastumfang. Über das Histogramm im Display kann die Schatten-Lichtverteilung vorab angeschaut und so die Belichtung angepasst werden. Was können wir tun wenn der Kontrast auch für den Sensor zu hoch ist? Das ist sichtbar wenn das Histogramm links oder rechts beschnitten ist, s. Bilder unten.

Viele Kameras bieten dafür HDR- Einstellung an. D.h., es werden mehrere Bilder gemacht. Heller-dunkler belichtet sodass die Lichter und Schatten durchzeichnet sind.  Die Bilder werden verrechnet zu einem mit durchzeichneten  Schatten und Lichtern. Sie haben dazu noch einen etwas eigenen Look.


Es gibt aber noch eine andere elegante Methode, das zu erreichen. Jeweils ein Bild mit "plus "und dann mit "minus" Korrektur belichten, das die Schatten und Lichter zeigt.

Beide Bilder im Bildbearbeitungsprogramm übereinander legen und jeweils vom einen die Schatten und vom anderen die Lichter durchmalen. Dies setzt voraus dass vom Stativ aus belichtet wird.


Bild 3:

zu  hell - unbearbeitet

In vielen Bildbearbeitungsprogrammen lassen sich meist die Schatten besser herausholen als die Lichter. Photoshop hat in der RAW Bearbeitung einen sehr guten Lichterregler. Mit ihm lassen sich die Lichter sehr gut herausarbeiten, auch vermeintlich verloren gegangene.

Bild: 3 "unbearbeitet" wie aus der Kamera

Bild: 4 " bearbeitet Bild 3"  in den Lichtern

 


Bild 3:

unbearbeitet wie aus der Kamera

Bild 4:

Bild 3 bearbeitet in den Lichtern

Die Gradationskurven

Gradationskurve:

Die Kurve liegt in der Mitte. Lichter und Schatten sind nicht beschnitten und werden korrekt angezeigt.





Gradationskurve zu hell:

Die Kurve liegt rechts an, die hellen Bildteile sind beschnitten. Sie sind im Bild weiß und ohne Zeichnung


Gradationskurve zu dunkel:

Die Kurve liegt links an, die dunklen Bildteile sind beschnitten. Sie sind im Bild schwarz und ohne Zeichnung


Die Makrofotografie

         Von Blumen und anderen Kleinigkeiten

Fotografie ist nicht einfach, Makrofotografie ist eine Herausforderung. Das Motiv ins rechte Licht rücken, vom Hintergrund lösen, das Sujet mit der entsprechenden Schärfentiefe, Schärfe - außer verwischte Abbildungen -  und Maßstab abbilden.

Was ist denn Makrofotografie überhaupt? Die Welt der kleinen Dinge groß auf dem Sensor abbilden.

Was für eine Brennweite eignet sich nun für Makrofotografie. Es gibt sie von 50-200mm. Wichtig ist der Arbeitsabstand. Einen Schmetterling formatfüllend mit 50 mm fotografiert bedeutet einen Abstand von ca. 20-30 cm. Dagegen mit 200 mm fotografiert ca. 80 cm. Jedem leuchtet ein, wenn ich dem mit 50 mm Makroobjektiv  auf die Schuppen rücke, ist der längst weg. Also eignet sich dafür das 200 mm besser. Der Nachteil dabei ist  das Verwackeln - Fernglaseffekt.

Neben der Fotoausrüstung ist strapazierfähige Kleidung,  Stativ und eine Unterlage von Nutzen.

Auch sind eine Trinkflasche und Brotzeit von Vorteil. Es lässt sich durstig und hungrig nicht konzentriert  arbeiten. Mancher Fotoausflug hat sich doch länger hingezogen als erwartet. Ich spreche aus Erfahrung da ich auch schon von Durst und Hunger geplagt auf der Schw. Alb am Boden vor meinem Objekt gelegen habe. Fotografie ist keinen Sache von "schnell mal machen".

Die nachfolgenden Tipps richten sich an Einsteiger oder die noch am Anfang stehen.


Die wichtigsten Grundbegriffe der Makrofotografie:

1.Was sind die besonderen Herausforderungen in der Makrofotografie?

2.Was ist der Abbildungsmaßstab?

3.Was versteht man unter Schärfentiefe?

4.Von welchen Faktoren hängt sie ab?

5. Was bedeutet die Naheinstellgrenze?

Wichtige Fragen die uns unter den Nägeln brennen .


Zu  1 :

Makrofotografie bedeutet fotografieren im Grenzbereich, besonders bei Kleintieren die sich sehr schnell bewegen oder gar davon fliegen. Versucht mal ein Schnecke im Maßstab 1:2 zu fotografieren.

Sehr schnell sind die aus dem Sucher gekrochen.

Blütenstengel laufen zwar nicht davon, aber bei jedem noch so kleinen Windhauch bewegen sie sich und bei entsprechend langer Verschlusszeit (1/30 und länger) ist das Bild unscharf.

Je größer das Sujet auf dem Sensor abgebildet wird desto geringer wird die Schärfentiefe. D.h., der Bereich der scharf abgebildet wird, ist kleiner.


Zu 2:

Der Abbildungsmaßstab sagt aus wie groß das Sujet bezogen auf den Sensor abgebildet wird. D.h., ein Objekt das genau 36 mm lang ist und quer genau auf den Sensor passt (bez. auf KB 24x36 mm) hat den Maßstab 1:1. Es wird lebensgroß abgebildet.

Ist das Objekt 72 mm  lang - 1:2, also halb so groß wie in Wirklichkeit.

Ein Marienkäfer mit 5 mm Länge im Maßstab 1:1 abgebildet ist gemessen auf dem KB-Sensor ebenfalls 5 mm lang.

Die erste Zahl bezieht sich auf den Sensor, die Zweite auf das Objekt.

Ist das Objekt 18 mm lang und passt genau quer auf den Sensor, so ist der Maßstab 2:1. D.h. das Objekt  wird größer abgebildet als in Wirklichkeit.

Jetzt bezieht sich die erste Zahl auf das Objekt und die Zweite auf den Sensor. Wir befinden uns in der Vergrößerung.



Maßstab 1:2 bez.auf KB Sensor/ 72 mm

Maßstab 1:4 bez.auf KB Sensor/ 144 mm

Maßstab 1:1 bez.auf KB Sensor 36 mm

Zu 3 und 4:

Die Schärfentiefe ist der Bereich der scharf abgebildet wird. Der Übergang ist nicht exakt begrenzt sondern ist fließend. Sie hängt vom Abbildungsmaßstab und der Blende ab.

Vielfach wird die Meinung vertreten dass längere Brennweiten eine geringere Schärfentiefe haben gegenüber kürzeren. Das ist nur bedingt richtig. Bei gleichem Abbildungsmaßstab und Blende ist die Schärfentiefe gleich, egal ob das ein 70 mm oder 200 mm Objektiv ist. Was sich ändert ist die größere Bildfläche im Hintergrund, da das 70 mm einen größeren Bildwinkel hat und die Perspektive. Der Hintergrund kann so etwas unruhiger werden als mit 200 mm. Wenn wir den Bildhintergrund vom 200 mm vergleichen mit dem selben Teil im 70 mm so sind die unscharfen Bildteile gleich"softig".


Bild: 1

Brennweite 70 mm

Blende 11

Bild: 2

Brennweite 200 mm

Blende 11

Bild 3

Ausschnitt von Bild 1 aus Brennweite 70 mm wie der in Brennweite 200 mm

Je kleiner die Blendenöffnung (große Blendenzahl, Blende 11-16-22) desto größer die Schärfentiefe. Je größer die Blendenöffnung  (kleine Blendezahl, 2,0-2,8-4,0-5,6) desto kleiner die Schärfentiefe.

Beispiel: Motiv der Meterstab:

Bild 1 ist mit Blende 11 und 70 mm Brennweiten gemacht. Bild 2 ist ebenfalls mit Blende 11 gemacht , aber mit 200 mm Brennweite. Die Kamera wurde soweit entfernt dass wieder derselbe Ausschnitt am Meterstab im Bild liegt.

Beide Bilder sind im gleichen Maßstab - ca. 43 cm im Bildfeld entspricht etwa 1:12.

Bild 3 ist derselbe Ausschnitt wie Bild 2 aber entsprechend aus Bild 1 herausvergrößert.

D.h. Bild 2 mit 3 vergleichen, ist die "Hintergrundunschärfe" anders? Nein.

Was sich ändert ist die Hintergrundfläche, im 70 mm Bild größer als mit 200mm (Bild 1 und 2). In dem Fall hat sich die Perspektive kaum verändert. Diese ändert sich nicht durch Brennweitenwechsel sondern durch Standortwechsel.


Zu 5

Naheinstellgrenze ist die kürzeste Entfernungseinstellung die am Objektiv eingestellt werden kann und das Motiv scharf abbildet. Sie ist entscheidend für den Abbildungsmaßstab und abhängig vom Objektiv.

Ein Makroobjektiv ist auch ein ganz normales Objektiv wie jedes andere auch. Mit dem können ebenfalls Portraits, Landschaften und Architektur fotografiert werden. Der große Unterschied liegt in der Naheinstellgrenze. Z.B. das 100 mm Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von ca. 0,9 m, das entsprechende Makro 0,31 m - je nach Hersteller. D.h. das 100 mm Objektiv bildet das Objekt kleiner ab, da der kürzeste Abstand nur 0,9 m ist. Mit dem Makroobjektiv kann der Abstand auf 0,31 m verringert werden und das Objekt wird größer abgebildet. Technisch wird "einfach" der Schneckengang im Objektiv verlängert.


Weitere wichtige Fragen:


Was ist die Blende und Verschlusszeit? Wie stehen sie in Abhängigkeit?

Zu Zeiten der analogen Fotografie musste der Fotograf schon noch mit Blende und Verschlusszeit  umgehen können, die Zusammenhänge und Auswirkungen wissen. In der heutigen Zeit wo Handys und  Belichtungsautomatiken sehr gute Ergebnisse liefern ist dieses Wissen etwas verloren gegangen. 

Die Blende ist im Objektiv und entscheidet je nach Größe der Öffnung wie viel Licht auf den Sensor fällt. Große Öffnung (kleine Blendenzahl 2,0-2,8-4,0-5,6) bedeutet viel Licht auf den Sensor. Aber auch kleine Schärfentiefe s. oben. Objekte können so vom Hintergrund gelöst werden.

Kleine Blendenöffnung (große Blendenzahl 11, 16, 22) bedeutet wenig Licht auf den Sensor. Aber auch große Schärfentiefe. Der Hintergrund wird schärfer abgebildet und kann das Hauptobjekt stören. Die Blende kann als Gestaltungsmittel eingesetzt werden. Vergleiche nachfolgende Bilder.



Farbgestaltung durch Schärfe-Unschärfe

Bildgestaltung durch Hintergrundunschärfe.

Blende 5,6

                                               Blende 22

Mit offener Blende kann ich das Sujet vom Hintergrund lösen.


Blende 8

Blende 5,6

Bildgestaltung durch selektive Schärfeebene

Blende 5,6

                                                        Blende 5,6

                                                        Schärfe auf Blume im Vordergrund


Je nachdem ob große oder kleine Blende fällt mehr oder weniger Licht auf den Sensor.

Weniger Licht bedeutet dass das Licht länger auf den Sensor, mehr Licht bedeutet dass es kürzer wirken muss für eine richtige Belichtung, d.h. längere oder kürzere Verschlusszeit. Die bestimmt wie lange das Licht, das durch die Blende fällt, auf den Sensor wirkt. Verschluss und Blende wirken in Abhängigkeit zur richtigen Belichtung.

Ein Beispiel:

Blende 16 und Verschlusszeit 1/15 ( Blende 16 zur größeren Schärfentiefe)

Blende  8 und Verschlusszeit  1/60

Beide Einstellungen führen zur richtigen Belichtung, Unterschied die Schärfentiefe und evtl. verwackelte Bilder bei 1/60 Verschlusszeit.



Auch die Verschlusszeit kann ein Gestaltungsmittel sein.

Mit längerer Verschlusszeit kann gewollte Bewegungsunschärfe erreicht werden was schon fast abstrakt wirkt.

Aber Vorsicht, es sollte keine verwackelte Aufnahme werden. Das ist keine verwischte Aufnahme, die ist einfach verwackelt.


verwackelte Biene

Bewegungsunschärfe durch längere Verschlußzeit                                                                                                   schlechte Motivstellung

         

                                                                                                                                               

Die längeren Verschlusszeiten in der Makrofotografie  sind auch der Grund warum im Makrobereich meist mit Stativ gearbeitet werden muss. Abhilfe würde ja eine höhere ASA Zahl bringen. Ja schon, aber mit höherer ASA Zahl steigt auch das Risiko des Rauschens welches sich besonders in ruhigen Hintergrundflächen bemerkbar macht. Dafür sind kleinere APS Sensoren anfälliger als KB Sensoren. Die Industrie hat schon einiges  erreicht und die Grenzen nach oben geschoben.


Weiteres nützliches Zubehör:


Elektr. Fernauslöser wenn die Kamera auf dem Stativ befestigt ist:

Warum Fernauslöser, ich kann doch mit dem Finger auf den Auslöser drücken. Ja schon, aber bei Belichtungszeiten die länger als 1/30 sind kann der Druck auf den Auslöser die Kamera erschüttern und das Bild verwackeln.


Spiegelvorauslösung:


Was ist das denn schon wieder? Bevor der Verschluss öffnet muss der Spiegel (nicht spiegellose Kameras) hochgeklappt werden dass das Licht auf den Sensor fallen kann. Diese ruckartige Beschleunigung und das Anschlagen kann die Kamera ebenfalls erschüttern und so zu Unschärfen führen. Besonders betroffen sind die Verschlusszeiten zwischen 1/15-ca. 1 sec.

Warum? Wenn der Verschluss öffnet hat sich die Kamera noch nicht beruhigt und die Erschütterung fällt genau in die Belichtung. Bei längerer Belichtung von 1 sec. wirkt sich die Erschütterung am Anfang der Belichtung noch nicht aus. Generell sollte aber in solchen Fällen mit Spiegelvorauslösung gearbeitet werden. Wie geht das nun? Wenn die Kamera auf dem Stativ steht und auf das Sujet eingestellt ist wird vor der Belichtung der Spiegel hochgeklappt. Heute meist elektronisch gekoppelt mit dem Verschluss. D, h. die Spiegelvorauslösung wird im Menü mit 1, 2 oder 3 sec. Vorlauf eingestellt. Nach der Auslösung klappt der Spiegel hoch und entsprechend der eingestellten Zeit löst verzögert die Belichtung aus. Die Kamera hat Zeit sich vor der Belichtung zu beruhigen.


Sonnenblende:


Jedes Objektiv sollte mit einer Sonnenblende ausgestattet werden. Bei Aufnahmen im Gegenlicht fällt leicht Sonnenlicht in das Objektiv und es entstehen farbige Flecken und Ringe die sich nur schwer in der Bildbearbeitung entfernen lassen.


Nahaufnahmen mit Nichtmakroobjektiven:

28mm mit Blende 5,6

Prinzipiell lässt sich jedes Objektiv zu Nahaufnahmen benützen. Dazu muss es nicht unbedingt ein teures Makroobjektiv sein. Blüten der Größe einer Tulpen- oder Rosenblüte lassen sich mit jedem anderen Objektiv sehr gut fotografieren. Dies eignet sich mal für den Anfang oder hin und wieder ein "Makrofoto". Macht es Spaß und neugierig, kann dann das Makroobjektiv  angeschafft werden. Ein Weitwinkelobjektiv zu Nahaufnahmen eingesetzt, bezieht den Hintergrund als Information ein. Z.B. Blumen vor Gebirge oder Pflanze in der Weite der Wüste.

Das Makroobjektiv kann auch wie jedes andere Objektiv für Landschafts-, Portrait- oder Architekturfotografie eingesetzt werden.


Einstellschlitten


Bild 49 und 50

Folgende Einstellung:

Kamera mit Makroobjektiv auf dem Stativ und eine kleine Blüte vor der Kamera. Das Ziel, die kleinen Blütenstempel zu fotografieren. Wir bewegen uns im Makrobereich bei ca. Maßstab 1:1. Die Schärfentiefe beträgt gerademal knapp  0,5-0,8 cm bei Blende 11-16. Ohne den Maßstab zu verändern muss die Schärfe mit Verschieben der Kamera nach vorne oder hinten gesucht werden. Mit der Kamera auf dem Stativ nicht einfach bei der knappen Schärfentiefe. Abhilfe schafft ein Einstellschlitten der unter die Kamera montiert wird, dann das Ganze auf das Stativ geschraubt. Jetzt wird es (Stativ mit Kamera) ungefähr im richtige Abstand zum Objekt auf den Boden gestellt. Dann kommt der Einstellschlitten zum Einsatz. Mit dem Zahnstangentrieb wird die Kamera feinfühlig Millimeter für Millimeter nach vorne oder hinten  verschoben bis die Schärfe richtig liegt. Das Stativ steht fest und muss nicht verschoben werden. Eine große Hilfe jenseits vom Maßstab 1:3.


Nachdem wir nun einiges theoretisches Wissen über die Makrofotografie haben, wie geht es nun weiter? Einfach mal in der Praxis versuchen und Fehler machen. Die Fehler zu Hause am Bildschirm analysieren was gut oder weniger gut gelaufen ist und warum, das ist wichtig um voran zu kommen. Für den Anfang einfach in den Garten oder in einen Park gehen und sich umschauen. Motive gibt es da genügend zum Austoben. Aber die Flinte nicht ins Korn werfen wenn es anfangs nicht so klappt. Mein Fotofreund und ich haben einen sehr langen Weg hinter uns bis wir soweit waren. Wir haben uns viel ausgetauscht und voneinander gelernt. Der Weg ist für uns nie zu Ende. Wir lernen heute immer noch dazu und suchen neue Sichtweisen für bereits vorhandene Motive. Letztendlich kommt es auf den Fotografen an, wie er alte  Sichtweisen und Motive neu interpretiert.

Noch ein letztes Wort. In unseren Gärten und Parkanlagen lassen sich viele Motive finden und ohne Probleme abbilden. Wer jedoch in die freie Natur geht sollte unbedingt den Naturschutz beachten. Kein Bild rechtfertigt Schaden an Pflanzen und Tieren!!

Viel Spaß und Erfolg.


FotoVideoReisen

Dieter Keifert



Kontakt

 

Email: dieter.keifert(ät)t-online.de

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