Video

Video in AV Produktionen

Die ersten Gehversuche mit Videos machte ich im Urlaub 2010 im Oman. Ich wollte meine AV Schauen mit Videos interessanter gestalten. Damals fotografierte ich noch auf Diafilm, hatte aber eine kleine Digiknipse als Notnagel dabei. Mit der konnte ich Videoklips filmen. Der Vortrag wurde mit den eingespielten Videos schon interessanter. Nachteil war damals die geringe Auflösung der Videos.

2 Jahre später zu unserer Jordanienreise legte ich mir eine DSLR mit Full-HD Videofunktion zu. Jetzt , dachte ich, wird alles besser. Schön gedacht, warum gibt es soviel Zubehör?


Doch der Reihe nach.


Mit Videos in denen die Kamera feststeht wollte ich mich nicht abgeben, das ist was für Filmproduktionen. Also mit vorgehaltener  Kamera gehen. Die Videos bekommen Dynamik, der Zuschauer wird mit genommen. Allerdings DSLR Kameras sind schwer und können am ausgestreckten Arm nicht allzu lange ruhig gehalten werden. Die Displays sind auch am Tage nur schlecht erkennbar (bekanntes Problem)und das Bild nicht leicht zu kontrollieren. Das waren die ersten Erfahrungen mit Videos mit DSLR's und warfen viele Frage auf.

Im Internet kam ich auf Sucheransätze die hinten auf das Display aufgesetzt werden konnten. Mit Blick durch das Okular bekam die Kamera mehr Stabilität da sie am Gesicht aufgestzt ist.


Ich versprach mir bessere Bildkontrolle und weniger verwackelte Videos. Einige Testaufnahmen überzeugten mich. Ich legte mir den Aufsatz zu und die Videos verbesserten sich. Aber ganz ruhig waren die Videos beim Gehen immer noch nicht

Es half kein noch so ruhiges Gehen während die Kamera läuft. Was tun? Stabilisierung im Objektiv hilft nicht allzu viel.

Durch Zufall im Internet kam ich auf Steadycams (Schwebestative) für DSLR. Ich studierte einige Beiträge bevor ich mich entschloss so ein Ding zu kaufen. Ich machte erste Versuche und die Qualität verbesserte sich erheblich. Noch üben, üben und es klappt immer besser. Filmen beim Gehen, eine tolle Dynamik in den Videos.


Die nachfolgenden Videos sind nachträglich im Programm nicht stabilisiert.


mit Steadycam

mit Steadycam

kopfstehend mit Steadycam aufgenommen und nachträglich in der Videobearbeitung um 180 Grad gedreht

Mikrofone mit und ohne Windschutz

Die Geräusche im Hintergrund kommen von der nahegelegene Autobahn.

ohne Steadycam

ohne Steadycam

Kamera mit Steadycam kopfstehend:


Ein weiterer Effekt kam noch dazu. Ich konnte die Steadycam umdrehen sodass die Kamera dicht über dem Boden schwebt. Die Stabilisierung klappt da nicht so gut aber es gibt doch noch ausreichend ruhige und interessante Videos. Eines muss aber zu Steadycam's gesagt werden. Das Austarieren ist zum Teil eine langwierige Arbeit bis die Kamera ruhig steht und nicht kippt. Abhilfe schafft ein Schnellwechseladapter der zwischen Kamera und Steadycam geschraubt wird. Einmal einstellen und die Kamera ist immer am gleichen Schwerpunkt, ev. muss noch leicht  nachtariert werden. Weiterer Vorteil -  das Umsetzen der Kamera auf ein Stativ und zurück geht sehr schnell. Allerdings wird das Ganze jetzt schön schwer.

Nachfokussieren ist nicht möglich und das Display nur bedingt sichtbar durch das bekannte Problem. Ich mach das so. Im Freien haben wir sehr viel Licht und die manuelle Verschlusszeit  sollte das doppelte der Bilder/sec. sein, also 1/50- nicht mehr. ASA ist bei 100-200 und so ergibt sich meist Blende 16-22 für die richtige Belichtung. Bei 16-25 mm (KB) Brennweite die hyperfocale Entfernungseinstellung benutzen und alles ist von ca. 50 cm bis unendlich scharf.



Der Ton im Video mit verschiedenen Mikros:


Ein weiteres Problem tauchte auf. Mit der Kamera hab ich mir ein Aufsteckmikro angeschafft. Ich wollte ja gute Tonaufnahmen die nicht von kamerainternen  Geräuschen gestört sind. Jetzt störten aber andere Geräusche den Ton. Mikros sind sehr empfindlich gegen Fremdgeräusche. Zarte Windgeräusche machten sich als dumpfes blubbern hörbar.

Es kam noch ein Puschel dazu der über das Mikro gesteckt Windgeräusche erheblich dämpfte. Jeder kennt sie vom Fernsehen. Bei internen Mikro ist ein Puschel nicht möglich.

Das Hintergrundgeräusch kommt von der nahegelegenen Autobahn.

Ein letztes Wort zu externen Festplatten. Ich hab die Erfahrung gemacht dass die Videos auch nicht besser werden. In Verbindung mit Steadycam nur bedingt zu empfehlen.

Heutige DSLR (meine ist Bj. 2012) sind da um einiges im Videomodus besser geworden. Am besten selbst mal testen und vergleichen.

Wer AV-Produktionen macht und Livegeräusche oder Kommentare einbauen möchte, was eine  weitere Bereicherung ist, kommt um ein Handyrecorder nicht rum, aber nur mit Puschel.

Eines muß auch bedacht werden. Hintergrundgeräusche die vor Ort nicht wahrgenommen werden kommen in der Vertonung stärker hervor. Beispiel "Mikro mit/ohne Windschutz". Nebengeräusch Autobahn.


Inzwischen ist die Fotoausrüstung ziemlich gewachsen. Es bietet sich ein Rucksack als Transportmittel an. Ich hab damit gute Erfahrungen gemacht. Kamera mit 16-35 mm Zoom um den Hals  gehängt ist so immer einsatzbereit. Eine Fotoweste bietet für Akku, Speicher, Mikro und Sucheraufsatz Platz und ist so immer griffbereit.

Heute weiß ich warum Fernsehteams mit unzähligen Koffern, Mitarbeitern und LKW's zur Reportage ausrücken.

Es ist immer ein Kompromiss, was möchte ich an Qualität und danach richtet sich meine Ausrüstung.

Kameraeinstellungen:


Videoclips als Ergänzung zu Stehbildern in AV Produktionen sind das Salz in der Suppe oder das Sahnehäubchen. Allerding sollte die DSLR weniger für komplette Filme eingesetzt werden, dafür eignen sich Videokameras ( noch) besser. Dazu sind aber Videobearbeitungs- programme notwendig, ohne geht das nicht.

Empfehlenswert, aus Qualitätgründen, sollte in Full HD gefilmt werden. Wenn aber dann in 2:3 weiter gemacht wird gibt es links/rechts einen leichten Beschnitt der Videos. Das macht sich meist nicht nachteilig bemerkbar. Videos in 2:3 haben die Auflösung 1280x720 px und sind Qualitativ schlechter, sollte aber mit den neuen DSLR getestet werden. Wer sich später jedoch zu 16:9 entscheidet hat dann das Nachsehen.

Für Videoclip sollten aber an der Kamera und am Objektiv einige Einstellungen vorgenommen werden.


Vorschlag Kameraeinstellungen für Videos:


1.      Kamera auf "M" stellen

2.     Objektiv auf "M-Focus" und auf hyperfocale Einstellung. Wenn es Objektive/Kameras sind die den Focus sauber nachziehen                   

        kann der Autofocus auf "on" stehen bleiben. DSLR sind meist noch nicht so weit den Focus sanft nach zuziehen. 

3.     Verschlußzeit auf das Doppelte der Bildfrequenz einstellen. Z.B bei 25 Bilder/sec. auf 1/50

4.     Im Menü Kontrast zurücknehmen und keine Schärfung einstellen.

Schärfung:            auf "0"

Kontrast:               auf  "- 50-75%"

Helligkeit:             auf  "0"

Farbsättigung:    auf  "- 50-75%

Farbton:                auf "0"

Es wird ein etwas flaues Video erreicht. Kontrast, Farbsättigung ,Lichter, Schatten und evtl. Schärfung kann nachträglich im Bearbeitungsprogramm gemacht werden. Meine Erfahrung ist dass viele Video bereits sehr gut sind. Einfach mal mit der neuen DSLR Versuche machen.

5.     Blende entsprechend der gewünschten Schärfentiefe einstellen.

6.     Die Belichtung über die ASA - Zahl einstellen.


Es kann auch versucht werden die Kamera auf Blendenautomatik mit 1/50 Vorgabe einzustellen. Allerdings dann mit Belichtungs-                anpassungen bei wechselnden Lichtsituationen die nicht schön aussehen.

Angenehmer ist im "M" Modus ohne Belichtungsanpassung und die Belichtung auf die helle Situation einstellen. Es kommt natürlicher rüber da es im Schatten einfach dunkler ist. Es ist wie im Bild, überbelichtete Lichter werden weniger akzeptiert als zu dunkle Schatten. Also belichten auf die Lichter. Von draußen nach drinnen kann am Übergang ein Schnitt gemacht werden.

Schaut im Fersehen die Krimis und Dokus an wie die das machen.

Bei Gelegenheit mach ich Vergleichsvideos. Ich versuche mal mit Belichtungsautomatik den Übergang von sehr hell zu sehr dunkel dem Schnitt gegenüber zustellen.


Das Video unterscheidet sich vom Bild da wir es mit bewegten Bildern zu tun haben und da liegt der Unterschied.


 - ruhige Videos

– ruhige Bewegung

- keine zu schnellen Schwenks

- bei Kameraschwenk nicht zurückschwenken – auf und ab vermeiden

- Landschaftsschwenk -  besser ist das  Panorama aus Einzelbildern.

- bei schwebender Kamera kann etwa 20-30 sec. max. Laufzeit angesetzt werden

- bei stehenden Szenen können 20 sec. seeeeeeehr lange werden

- Zoomen nur in dringenden Fällen – Schnitte (nah-fern) bevorzugen

- Stehbilder eher als Einzelbild nicht als Video – bessere Qualität  (z.B.: Blumenkelch, außer es soll die Bewegen im Wind gezeigt werden)


Alle obigen Einstellungen sind meine Erfahrungen die als Basis dienen sollen und ersetzen keine eigenen Versuche.

   

     

                                                                                                 

   

           

 

Spaziergang durch Ulm mit Steadycam ohne Nachstabilisierung

Die 3 Videos wurden nachträglich nicht stabilisiert.

FotoVideoReisen

Dieter Keifert



Kontakt

 

Email: dieter.keifert(ät)t-online.de

www.foto-video-reisen.de